Zehn Jahre Bauer Macchine Italia

 

Mordano, Italien – Irgendwann im Jahr 2007 klingelte im Büro von Alberto Dalle Coste in Schrobenhausen das Telefon. Am anderen Ende der Leitung war Erwin Stötzer, langjähriger Geschäftsführer der BAUER Maschinen GmbH (BMA), und hatte einen Auftrag. „Es ist Zeit, eine italienische Bauer-Firma zu gründen“, lauteten seine Worte. Es war nur ein Anruf, doch der markierte den Beginn einer deutsch-italienischen Erfolgsgeschichte, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiert.

 

Bereits im Frühjahr 2005 erwarb die BMA das Unternehmen TracMec Srl. aus der Hand des Vorbesitzers Gallotti im norditalienischen Imola, 40 km von Bologna entfernt. TracMec produziert kleinere Unterwägen für Bauer-Geräte, aber auch für Dritte. Um bewusst auf bestehende Ressourcen zurückzugreifen und gleichzeitig die Prozesse in Italien zu optimieren, wurde dieser Standort auch die Heimat der BAUER Macchine Italia Srl (BMI).

 

Im August 2007 gegründet, startete die italienische Bauer Maschinen-Tochter im Januar 2008 das operative Geschäft. Ein kleines Team – neben Heidrun Lesti und Johann Eckert, die beide von Schrobenhausen gekommen waren, kehrte auch Alberto Dalle Coste als Geschäftsführer nach Italien zurück. Er kümmerte sich neben dem Verkauf auch um Servicedienstleistungen und den Ersatzteildienst. „Wir hatten den Auftrag, die Sache voll aus eigenen Kräften aufzubauen“, erinnert sich Alberto Dalle Coste an die Zeit der Firmengründung.

 

 

 

Und die Strategie ging auf: Die Flexibilität des kleinen Teams war der Schlüssel zum Erfolg, denn man war in der Lage, in kürzester Zeit mit lokalen Preisen zu arbeiten und dabei gleichzeitig Reisezeit und -kosten zu sparen. Nicht einmal ein Jahr nach der Geschäftsaufnahme musste Bauer Macchine die Büro-, Lager- und Reparaturkapazitäten erweitern. Im „Werkstattzelt“ konnte – mit Unterstützung der deutschen Bauer-Kollegen – erstmals eine komplette Maschinenumrüstung lokal abgewickelt und damit ein aufwendiger Transport nach Deutschland gespart werden. Die Aufträge wurden immer mehr und größer und „man hat gemerkt, dass wir beim Thema Qualität im Wettbewerbsvergleich die Nase vorn haben“, sagt Alberto Dalle Coste. So wurden unterstützend ein Lagerist, ein Buchhalter und zwei Mechaniker eingestellt – allesamt Locals. Überhaupt sei genau das von Beginn an das Ziel gewesen: Mit den deutschen Bauer-Kollegen starten und dann mit einheimischen Mitarbeitern weitermachen.

 

Gleich doppelten Grund zum Feiern gab es für Bauer Macchine im Jahr 2010: Das Unternehmen wurde einerseits von der BMA als ‚Service Partner of the Year‘ ausgezeichnet, andererseits konnte man – trotz italienischer Baumarktkrise – den zehnten BMI-Mitarbeiter begrüßen. Aber nicht nur die Zahl der Mitarbeiter, sondern auch die Fläche sollte wachsen: Im Produktionsgebäude von TracMec bezog Bauer Macchine Anfang 2011 ihre neue, rund 500 m² große Werkstatt. „Durch den Umzug von unserem Werkstattzelt in eine ‘richtige‘ Werkstatt waren wir nun auch in der Lage, umfangreichere und komplexere Wartungs- und Reparaturarbeiten im Kundenauftrag durchzuführen“, so Alberto Dalle Coste. Die Einweihung des neu eingebauten 16-t-Portalkrans sei natürlich in italienischer Manier mit Rotwein, Prosecco und Pasticcini gebührend gefeiert worden.

 

Mit der ersten abgeschlossenen Generalüberholung eines Bauer-Geräts perfektionierte Bauer Macchine 2013 den hohen Servicestandard für ihre lokalen Maschinenkunden. Seit 2015 umfasst der Mietpool acht BAUER BGs samt Kellys, Anbau- und Werkzeugteilen und auch die Vermietung von Klemm-Geräten wurde zwischenzeitlich eingeführt. Ein weiterer wichtiger Meilenstein stand im Jahr 2016 mit der Zertifizierung zum ‚BAUER Service Center‘ an.

 

Heute, zehn Jahre nach der Firmengründung, verzeichnet Bauer Macchine mit 15 Mitarbeitern in den Bereichen Verkauf, Buchhaltung, Logistik und Service eine Gesamtleistung von 13 Mio. Euro (2008: 3,4 Mio. Euro). Das bedeutet im Durchschnitt ein jährliches Wachstum von 15 %. „Das ist absolut zufriedenstellend“, sagt Alberto Dalle Coste. Zufriedenstellend in einem Land, in dem das Baugeschäft in den letzten zehn Jahren um 50 % eingebrochen ist.